Speedtest Ratgeber
Die Geschwindigkeit sagt, wie viele Daten durchpassen; die Latenz, wie schnell Ihre Verbindung reagiert. Für Online-Gaming oder einen flüssigen Videocall macht oft die Latenz den Unterschied.
| Begriff | Definition | Einheit |
|---|---|---|
| Latenz | Zeit, die Daten für Hin- und Rückweg zwischen Ihnen und einem Server brauchen | Millisekunden (ms) |
| Ping | Umgangssprachlicher Name einer Latenzmessung, nach dem gleichnamigen Befehl | ms |
| Jitter | Schwankung der Latenz von einem Paket zum nächsten | ms |
| Paketverlust | Anteil der Daten, die nicht ankommen und neu gesendet werden müssen | % |
Stabile 20 ms sind hervorragend. Aber ein Durchschnitt von 20 ms, der regelmäßig auf 150 ms springt, fühlt sich ruckelig an: Jitter und Verlust zählen genauso viel wie der Mittelwert.
| Nutzung | Angenehmer Ping | Spürbarer Ping |
|---|---|---|
| Surfen, Video-Streaming | unter 100 ms | über 200 ms |
| Videocalls | unter 80 ms | über 150 ms |
| Gelegentliches Online-Gaming | unter 60 ms | über 100 ms |
| Kompetitives Gaming (Shooter, Kampfspiele) | unter 30 ms | über 60 ms |
| Cloud-Gaming | unter 40 ms, wenig Jitter | über 60 ms |
Licht bewegt sich in Glasfaser mit etwa 200.000 km/s. Hin und zurück über 1.000 km dauert also schon rund 10 ms, bevor irgendetwas verarbeitet wird. Wer auf einem Server auf einem anderen Kontinent spielt, bekommt allein durch die Physik 80 bis 150 ms dazu: Die nächstgelegene Serverregion im Spiel zu wählen, ist der erste Schritt.
Glasfaser bietet die niedrigste Latenz, oft 2 bis 10 ms bis zum ersten Server des Anbieters. Kabel und VDSL liegen knapp dahinter. ADSL fügt einige Dutzend Millisekunden hinzu, 4G und 5G schwanken mit der Auslastung des Funkmasts, und geostationäres Satelliteninternet liegt wegen der Entfernung zur Umlaufbahn über 500 ms, während Konstellationen in niedriger Umlaufbahn auf etwa 25 bis 60 ms kommen.
WLAN fügt meist ein paar Millisekunden hinzu, vor allem aber Jitter: Senden mehrere Geräte gleichzeitig oder ist das Signal schwach, warten Pakete oder werden neu gesendet. Zum Spielen bleibt ein LAN-Kabel die wirksamste Verbesserung.
Belegt ein Datei-Upload, ein Cloud-Backup oder ein Download die gesamte Upload-Kapazität, schießt die Latenz für alles andere nach oben. Das Phänomen heißt Bufferbloat: Pakete stauen sich in den Warteschlangen des Routers, statt sofort gesendet zu werden.
ping -n 20 google.com; unter macOS und Linux: ping -c 20 google.com. Achten Sie auf Minimum, Mittelwert und Maximum: Ein großer Abstand verrät Jitter.Bleibt die Latenz per Kabel, ohne andere Nutzung und zu nahen Servern hoch, notieren Sie Ihre Messwerte und wenden Sie sich an Ihren Anbieter: Das Problem kann an der Leitung oder an seiner Technik liegen. In Deutschland bietet die Bundesnetzagentur mit der Breitbandmessung zudem ein offizielles Messverfahren an.
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Nicht direkt. Eine 2-Gbit/s-Leitung hat keinen besseren Ping als eine mit 500 Mbit/s. Eine ausgelastete Leitung hat aber eine höhere Latenz, daher schafft mehr Bandbreite Reserven, wenn mehreres gleichzeitig läuft.
Der Test misst die Latenz zu einem Server in Ihrer Nähe, das Spiel verbindet sich dagegen mit seinem eigenen Server, manchmal in einem anderen Land. Prüfen Sie die im Spiel eingestellte Region.
Idealerweise 0 %. Liegt er regelmäßig über 1 %, brechen Anrufe ab und Spielfiguren teleportieren sich. Im WLAN testen Sie zuerst per Kabel, um zu sehen, ob der Verlust von der Funkverbindung oder von der Leitung kommt.