Speedtest Ratgeber
Ein Glasfaseranschluss mit 1 Gbit/s, der im Wohnzimmer nur 40 Mbit/s schafft, ist fast immer ein WLAN-Problem und kein Tarifproblem. So finden Sie die Ursache und beheben sie, vom einfachsten bis zum technischsten Schritt.
Bevor Sie etwas ändern, machen Sie zwei Speedtests: einen per WLAN dort, wo das Problem auftritt, und einen mit einem LAN-Kabel direkt am Router. Ist die Geschwindigkeit per Kabel richtig und per WLAN zu niedrig, liegt das Problem an der Funkverbindung. Sind beide langsam, sollten Sie eher die Leitung prüfen oder Ihren Anbieter kontaktieren.
WLAN ist eine Funkwelle: Sie wird mit der Entfernung schwächer, und jedes Hindernis kostet Geschwindigkeit.
| Hindernis | Wirkung auf das Signal |
|---|---|
| Trockenbauwand, Holztür | Gering |
| Ziegel- oder Porenbetonwand | Mittel |
| Tragende Betonwand, Geschossdecke | Hoch |
| Spiegel, Aquarium, Heizkörper, Kühlschrank | Hoch (Metall und Wasser schlucken oder reflektieren das Signal) |
Gute Gewohnheiten: Stellen Sie den Router erhöht, möglichst zentral in der Wohnung und frei auf, nicht in einen geschlossenen Schrank oder hinter den Fernseher. Ein bis zwei Meter Umstellen können die Geschwindigkeit in einem entfernten Zimmer verdoppeln.
Aktuelle Router funken auf mehreren Frequenzbändern mit unterschiedlichen Eigenschaften:
| Band | Reichweite | Geschwindigkeit | Auslastung |
|---|---|---|---|
| 2,4 GHz | Groß, durchdringt Wände besser | Begrenzt | Sehr voll (Nachbarn, Bluetooth, Mikrowelle) |
| 5 GHz | Mittel | Hoch | Wenig genutzt |
| 6 GHz (Wi-Fi 6E und 7) | Kurz | Sehr hoch | Fast frei |
In der Nähe des Routers nutzen Sie besser 5 GHz (oder 6 GHz, wenn Ihre Geräte es unterstützen). 2,4 GHz eignet sich für entfernte Räume und einfache Smart-Home-Geräte. Fasst der Router alle Bänder unter einem Netzwerknamen zusammen, wählt er selbst; bleibt ein Gerät direkt neben dem Router auf 2,4 GHz hängen, können Sie mit zwei getrennten Netzwerknamen 5 GHz erzwingen.
In einem Mehrfamilienhaus teilen sich Dutzende Netze dieselben Frequenzen. Im 2,4-GHz-Band überlappen sich nur die Kanäle 1, 6 und 11 nicht: Ein Netz auf Kanal 3 stört gleichzeitig die Nachbarn auf 1 und 6. Die meisten Router wählen den Kanal beim Start automatisch; bricht die Geschwindigkeit abends ein, kann ein Neustart oder die manuelle Wahl eines freieren Kanals helfen. Im 5-GHz-Band verbessert eine Kanalbreite von 80 statt 160 MHz in dicht bebauten Gegenden manchmal die Stabilität.
| Lösung | Funktionsweise | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| WLAN-Repeater | Empfängt das Signal und sendet es erneut | Günstig, einfach | Halbiert oft die Geschwindigkeit, muss auf halber Strecke stehen |
| Powerline | Überträgt das Netz über die Stromleitung | Überwindet dicke Wände | Hängt von der Elektrik ab, keine Mehrfachsteckdosen |
| Mesh-System | Mehrere abgestimmte Geräte, ein Netz | Gleichmäßige Abdeckung, automatischer Wechsel | Teurer |
| LAN-Kabel | Kabelverbindung zu einem Access Point | Am schnellsten und stabilsten | Kabel muss verlegt werden |
Ein Repeater, der zu weit vom Router entfernt steht, wiederholt ein bereits schwaches Signal: Er braucht guten Empfang, um gut zu senden. Wenn Sie ein Kabel verlegen können, bleibt ein zweiter, per LAN angebundener Access Point die beste Lösung.
Machen Sie einen Speedtest am selben Ort und zur selben Uhrzeit, vor und nach jeder Änderung, und ändern Sie immer nur eine Sache: So wissen Sie, was wirklich geholfen hat. Achten Sie auch auf den Ping: Ein überlastetes WLAN zeigt sich oft zuerst an schwankender Latenz, bevor die Geschwindigkeit sinkt.
Jetzt meine Geschwindigkeit messen
Abends nutzen Ihre Nachbarn ihr WLAN stärker auf denselben Frequenzen, und das Netz des Anbieters ist stärker ausgelastet. Testen Sie per Kabel: Ist LAN schnell, liegt es an der Funküberlastung, und ein Kanalwechsel oder 5 GHz hilft oft.
Nein. Er erhöht die Reichweite, aber ein Repeater, der über dieselbe Funkschnittstelle mit dem Router spricht, halbiert oft die verfügbare Geschwindigkeit. Er hilft bei Funklöchern, nicht in Räumen, die schon versorgt sind.
Es verbessert vor allem die Leistung bei vielen verbundenen Geräten und den Energieverbrauch. Den Vorteil merken Sie nur, wenn auch Ihre Geräte Wi-Fi 6 unterstützen.